Jubiläumsfeier
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Vorführungen:

Donnerstag, 09.07.2009 17:00 Uhr und 20:00 Uhr auf deutsch

40 Jahre Filmklub

Als im Jahre 1969 das letzte Lauffener Kino, die „Filmbühne“, seine Tore endgültig schloss, war die Enttäuschung groß. Eine Ära war zu Ende, das Fernsehen hatte die Macht übernommen.

Doch ein kleines, unerschrockenes Häuflein von Abiturienten des Gymnasiums wollte sich nicht mit dem Schicksal abfinden. Zusammen mit einem filmbegeisterten Lehrer gründete man den „Filmklub“ - ganz bewusst in deutscher Schreibweise mit „k“, um so dem Lauffener Publikum doch noch ein Kino zu bieten. Natürlich sollte es auch etwas Besonderes werden: Nur Filme ab einer Mindestqualitätsstufe wollte man zeigen.

Auch die technische Qualität der Vorführung sollte dem entsprechen. So bastelte man in den Sommerferien eine schalldichte Filmkabine, ebenso kümmerte man sich um die Tonqualität und konstruierte eine Lautsprecheranlage. Ins Programm kamen gehobene Filmkunst, aber auch intelligente Komödien und hintersinnige Krimis. Das Lauffener Publikum belohnte die Mühe mit gleichbleibend gutem Besuch über viele Jahre hinweg.

Schließlich ging mit der Fertigstellung des Neubaus des Hölderlin-Gymnasiums in der Charlottenstraße im Jahre 1975 auch ein langgehegter Wunsch des Filmklubs in Erfüllung. Die neue Aula bot mit über 100 Sitzplätzen und einer heute acht Meter breiten Leinwand die Voraussetzung für die volle Entfaltung der Eigeninitiative. Auch jetzt wurde wieder an der Technik gefeilt. Zur Zeit ist sogar digitaler „Surround-Sound“ möglich und man projiziert mit einem LCD-Projektor der oberen Qualitätsklasse.

All dies dient jedoch immer noch dem einen stets gleichen Ziel: des Kino neben dem Theater als eigenständige neue Kunstform im 20. und 21. Jahrhundert zu etablieren. Filme wie „Der Pianist“, „Das Leben der Anderen“, „Die Welle“ beweisen dies und markieren die Höhepunkte der vergangenen Jahre.

Ein besonderes Ereignis stellt auch stets der einmal im Jahr stattfindende „Stummfilmabend“ mit Andreas Benz dar, der bereits zu den traditionellen Veranstaltungen im Lauffener Kulturleben zählt.

So erfüllt der „Filmklub Lauffen“ einen kulturellen Auftrag, der unserer Stadt vor 40 Jahren beinahe verloren gegangen wäre. Das Filmklub-Fest am nächsten Donnerstag, den 9. Juli (siehe im redaktionellen Teil) soll dies wieder ein bisschen mehr zu Bewusstsein bringen.

 

Filmklub-Fest

Anlässlich seines 40-jährigen Jubiläums veranstaltet der Filmklub am Donnerstag, den 9. Juli 2009 im Hölderlin-Gymnasium ein großes Filmfest. Es beginnt um 17.00 Uhr in der Aula mit der Vorführung von Kurz- und Langfilmen des Komiker-Duos „Laurel und Hardy“. Leider wurden die Filme dieser beiden hochkarätigen Künstler im Deutschland der Nachkriegszeit in Kindervorstellungen verschlissen, teils drastisch gekürzt und unter dem diskriminierendem Pseudonym „Dick und Doof“. Inzwischen werden jedoch Stan Laurel und Oliver Hardy in Fachkreisen unumstritten als eines der größten Komikerduos der Filmgeschichte gehandelt. In den 70-er-Jahren gab es daher Wiederaufführungen der vollständigen Fassungen ihrer Filme, auch im englischen Original. In der letzten Zeit ist es ein wenig stiller um die beiden geworden. Aus diesem Grund möchte der Filmklub mit einigen ihrer besten Produktionen wieder an diese beiden großen Komiker erinnern.

Der Abend ist in besonderer Weise der eigentlichen Filmklub-Geschichte gewidmet: Um 20.00 Uhr kommt es zu einer Wiederaufführung desjenigen Films, der vor 40 Jahren die Reihe der Vorstellungen einleitete: „Abenteuer in Rio“ („L’ homme de Rio“) von Philippe de Broca. Dieser Regisseur gehörte damals, in den 60-er-Jahren, zur Gruppe der jungen französischen Revoluzzer, die mit der „Nouvelle vague“ eine neue Art von Realismus kreierten, um vom antiquierten Hollywood-Stil wegzukommen. Auch heute noch ist diese Frische in „Abenteuer in Rio“ zu spüren. De Broca gelang es in einmaliger Weise, Komödie, Krimi, Abenteuerfilm und psychologischen Thriller in einem Werk zu vereinen. Hierbei steht ihm der damals noch junge Jean-Paul Belmondo mit seinen wagemutigen (und von ihm selbst ausgeführten!) Stunts ebenbürtig zur Seite. Dessen Schauspielkünste allein sind es schon Wert, sich diesen Film anzusehen. In der weiblichen Hauptrolle brilliert Françoise Dorléac, die leider bei einem Unfall viel zu früh verstorbene Schwester von Catherine Deneuve.

In den Vorführpausen wird es die Möglichkeit geben, sich mit einem kleinen Imbiss und durch Getränke zu stärken, um dieses lange Programm auch durchstehen zu können.

Die Vorführungen finden in der Aula des Hölderlin-Gymnasiums in der Charlottenstraße statt und stehen allen Interessierten offen. Der Eintritt ist frei.

 

Walther Bien

  


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