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Vorführung:
Donnerstag, 17.12.2009 17:30 Uhr und
20:00 Uhr auf deutsch
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Deutschland, 2008 Fantasyfilm
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| Länge: |
120 Minuten |
| FSK: |
ab 12; f
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| Produktion: |
Uli Putz, Thomas Wöbke, Jakob Claussen, Stefan
Gärtner, Bernd Wintersperger
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| Regie: |
Marco Kreuzpaintner
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| Buch: |
Michael Gutmann, Marco Kreuzpaintner
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| Kamera: |
Daniel Gottschalk
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Musik
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Annette Focks
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| Schnitt: |
Hansjörg Weissbrich
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Darsteller:
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David Kross, Daniel Brühl, Christian Redl, Robert
Stadlober, Paula Kalenberg, Anna Thalbach, Hanno
Koffler, Charly Hübner, Moritz Grove, Tom Wlaschiha
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| Kurzkritik |
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Aufwändige Adaption von Otfried Preußlers Jugendbuch
von 1971, in der ein Waisenjunge in der vom Dreißigjährigen
Krieg verwüsteten Oberlausitz in einer unheimlichen
Mühle in den Sog eines diabolischen Paktes gerät.
Dem Fantasy-Film gelingt es zwar nicht recht, die
Verführungskraft der Magie (tricktechnisch) umzusetzen,
aber dank seines stimmigen Setdesigns, beachtlicher
Darsteller, facettenreicher Musik und der Konzentration
auf die Spannungen zwischen den in den fatalen Pakt
verwickelten Figuren verdichtet er seine gruselige
Geschichte doch zu einem atmosphärischen Kinoabenteuer.
- Ab 12.
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Ausführliche Kritik aus film-dienst Nr.
38929
Raben krächzen, das Mühlrad steht still – ein
Grab muss geschaufelt werden im Koselbruch. Und
jener, der mitten im Winter aus Eis und Erde die
Grube aushebt, weiß, dass sein eigener Körper bald
darin liegen könnte. Das Szenario zeigt: „Krabat“,
die Adaption von Otfried Preußlers 1971 erschienenem
Jugendroman, passt nicht in die Kategorie des „Family
Entertainment“, denn für Zuschauer unterhalb des
Teenager-Alters ist die Geschichte zu düster und
morbide. Der Film, der lange Jahre nach der wunderschönen
tschechischen Animations-Fassung von Karel Zeman
(fd 22066) die Abenteuer des Waisenjungen Krabat
auch als Realfilm auf die Leinwand bringt, ist vielmehr
veritable Fantasy. Und als solche in der deutschen
Filmlandschaft, die das Genre seit der Stummfilmzeit
sehr stiefmütterlich behandelt, an sich schon eine
Rarität, eine Pionierleistung. Das Wagnis, das die
Produzenten damit eingegangen sind, hat sich gelohnt:
Trotz einiger Schwächen ist ihr „Krabat“ eine spannende,
atmosphärische Fabel, die im Umgang mit der Vorlage
eigene Akzente setzt und schaurig-schön eine dunkle
Zeit heraufbeschwört, in der zwar das Wünschen nicht
mehr hilft und magische Kräfte nur um einen fatalen
Preis zu haben sind, in der aber Liebe und Solidarität
doch noch stärker sein können als die Macht des
Bösen.
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Den Rahmen der Geschichte bildet der vom Dreißigjährigen
Krieg und der Pest heimgesuchte Nordosten Deutschlands.
Hier versucht Krabat, in einer tristen winterlichen
Landschaft irgendwie zu überleben – bis er eines
Nachts ein seltsames „Berufungserlebnis“ hat, das
ihn in eine verrufene Mühle führt. Der Müllermeister
sieht zwar unheimlich aus, aber er bietet Nahrung
und einen warmen Platz zum Schlafen. Also lässt
der Junge sich als Lehrling anstellen und nimmt
die harte Arbeit neben elf anderen Gesellen auf,
die ihm mit Ausnahme des Vorarbeiters Tonda keineswegs
freundlich begegnen. Bald häufen sich die Anzeichen,
dass es bei dem Ausbildungsvertrag mit dem Meister
nicht nur ums Müllerhandwerk geht, sondern um das
Erlernen schwarzer Magie. Je tiefer Krabat in die
Geheimnisse der Bruderschaft auf der Mühle eingeführt
wird, umso mehr profitiert er von der Aufnahme in
die Gemeinschaft und den neuen magischen Fähigkeiten.
Doch dem Jungen wird auch immer klarer, dass der
Pakt mit den dunklen Mächten zum Jahresende regelmäßig
ein Menschenleben kostet. Als er sich in ein Mädchen
aus dem nahen Dorf verliebt, bringt ihn das in große
Gefahr – und eröffnet doch auch eine Chance, der
Mühle und dem Meister zu entkommen.
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In der Kinoadaption des Romans, der seinen Sagenstoff
zu einem faszinierenden Panorama zwischen Schwank,
Parabel und schauerromantischem Märchen ausarbeitet,
fallen zwangsläufig einige der Faktoren weg, die
den Reiz der Vorlage ausmachen. So wird die Bildwelt,
die im Roman eine wichtige Rolle spielt – christliche
liturgische Formen, volksfromme Riten, abergläubisch-heidnische
Zeichen – in ihrer Bedeutung für das Geschehen eingeschränkt
(wohl im Wissen darum, dass diese Symbolsprache
dem jungen Publikum weitgehend fremd ist), und auch
das sehr spezifische Lokalkolorit der Oberlausitz
wird gedämpft. Außerdem verzichtet die Filmversion
weitgehend darauf, die Faszination jener magischen
Kräfte anschaulich zu machen, die sich Krabat durch
das Studium der „Schwarzen Kunst“ eröffnen. Die
schwankhaften Elemente des Romans, die waghalsige
Streiche, kühne Abenteuerfahrten oder kuriose Begegnungen
schildern und in denen die Magie gewitzt zum Einsatz
gebracht wird, bleiben ausgespart (etwa die Treffen
mit dem Trickster-Zauberer Pumphutt) oder werden
reduziert. Stattdessen konzentriert sich der Film
darauf, die düster-klaustrophobische Atmosphäre
in der Mühle zu vergegenwärtigen und die Spannungen,
das Misstrauen und die Eifersucht, aber auch die
zögerlichen Annäherungen unter den Gesellen herauszuarbeiten.
Das trägt zur Dichte des Films bei, verkürzt aber
zugleich einen zentralen Aspekt des Romans, die
Verführungskraft, die die (von der Magie verliehene)
Macht auf Krabat ausübt.
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Anziehend wirkt die „Schwarze Kunst“ in diesem Film in der
Tat nicht. Was an magischen Kabinettstückchen noch vorhanden ist, verlangt
eher, dass man ein Auge zudrückt und keine Hollywood-Maßstäbe anlegt. Den
Sequenzen, in denen sich die Zauberschüler in Raben verwandeln und über Land
fliegen, sieht man ihre virtuelle Herkunft allzu deutlich an, und eine
„Actionsequenz“, in der es mit magisch verstärkten Kräften einen Trupp
marodierender Söldner aus dem Dorf zu vertreiben gilt, gehört zu den
schwächsten des Films. Dafür besticht die Inszenierung durch eindrückliche
Figuren, deren Erscheinungsbild sich angenehm von der glatten
Hollywood-Schönheit etwa der „Narnia“-Helden abhebt. David Kroß als Krabat und
die anderen Gesellen der Teufelsmühle sowie Christian Redl als diabolischer
Meister geben einen pittoresken Haufen ramponierter Charakterköpfe ab und
helfen mit, dass der Film bei aller Fantastik rau-authentisch wirkt. Man kann
den Schmerz von den Schwielen an den Fingern, die nasse Kälte des Wetters oder
den allgegenwärtigen Schmutz und die kargen Lebensumstände gut nachfühlen,
ebenso wie das wachsende Unbehagen und die Todesangst, die sich unter den
Zwölfen breit machen, wenn der Winter naht. Das ist allemal genug, um sich auf
Spielfilmlänge in Krabats düstere, gruselige Welt bannen zu lassen.
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Felicitas Kleiner
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