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Vorführung:
Donnerstag, 11.12.2008 17:30 Uhr und
20:00 Uhr auf deutsch
| Peter Pan
USA, 2003
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| Länge: |
107 Minuten |
| FSK: |
ab 16; f |
| Produktion: |
Lucy Fisher, Patrick McCormick, Douglas Wick,
Gary Adelson, Craig Baumgarten, Stephen Jones
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| Regie: |
P.J. Hogan
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| Buch: |
P.J. Hogan, Michael Goldenberg
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| Kamera: |
Donald McAlpine
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| Musik: |
James Newton Howard
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| Schnitt: |
Garth Craven, Michael Kahn, Paul Rubell
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| Darsteller |
Jason Isaacs (Mr. Darling/Captain Hook), Jeremy
Sumpter (Peter Pan), Rachel Hurd-Wood (Wendy Darling),
Lynn Redgrave (Tante Millicent), Richard Briers
(Smee), Olivia Williams (Mrs. Darling), Geoffrey
Palmer (Sir Edward Quiller Couch), Harry Newell
(John Darling), Freddie Popplewell (Mike Darling),
Ludivine Sagnier (Tink)
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| Kurzkritik |
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Die fantastischen Abenteuer von Peter Pan als
dem Jungen, der nicht erwachsen werden will, dem
Mädchen Wendy und ihren beiden kleinen Brüdern im
Kampf gegen den rücksichtslosen Piratenkapitän als
turbulente Kinounterhaltung, die den schrittweisen
Abschied von der Kindheit mit einer Hymne auf Liebe
und Familie verbindet. Der Film wird von digitalen
Effekten sowie von spektakulären, mitunter recht
handfesten Kämpfen geprägt, wobei er nicht ungeschickt
die Balance mit der hintergründigen Melancholie
der Vorlage hält. Der Film ist für die deutsche
Auswertung um etwa 6 Minuten gekürzt worden, um
die FSK-Freigabe "ab 6 Jahre" zu bekommen.
- Ab 12.
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Ausführliche Kritik aus film-dienst Nr. 36431
Nun hat also auch „Peter Pan“, der mittlerweile
100-jährige Kinderbuch- und Theaterstück- Klassiker
von J.M. Barrie, das moderne Unterhaltungskino der
digitalen Effekte erreicht. Der Reigen der filmischen
Adaptionen begann 1924 hinreißend „altmodisch“ mit
dem gleichnamigen Stummfilm von Herbert Brenon und
führte 30 Jahre später zum zeitlosen Walt-Disney-
Zeichentrickerfolg „Peter Pan’s heitere Abenteuer“
(fd 2934); Anfang der 1990er- Jahre übersprang Steven
Spielberg mit „Hook“ (fd 29 451) die Grenzen der
Fantasiewelt erneut und führte die Fabel, tricktechnisch
damals durchaus auf der Höhe der Zeit, an seine
eigenen (naiven) Märchenvorstellungen und Wünsche
heran. Heute nun muss der Zuschauer seine Fantasie-
und Vorstellungskraft kaum noch bemühen, denn die
aktuelle Tricktechnik aus dem Computer macht auf
der Leinwand scheinbar alles „wirklich“: Endgültig
vorbei ist die Zeit, als man sich den renitenten
Schatten jenes Jungen, der nicht erwachsen werden
will, noch weitgehend vorstellen musste. Im Zeitalter
der digitalen Effekte von Harry Potter fliegt es
sich sowieso weit selbstverständlicher durch den
Himmel über London und dem Nimmerland – und das
tickende Krokodil hat seinen sardonischen Charme
der Disney-Version ohnehin verloren. Dafür wird
nun spektakulär gekämpft und geflucht, sodass man
gelegentlich meint, eine kindertaugliche Version
von „Fluch der Karibik“ (fd 36 113) zu erleben;
und doch vermittelt sich jenseits der spektakulären
„Sensationen“ durchaus auch noch etwas von der subtilen
Poesie der melancholischen Fabel.
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Im Kern ist „Peter Pan“ die romantisch-bürgerliche
Vorstellung vom zwangsläufigen Erwachsenwerden –
eine Geschichte vom schmerzhaften Abschied von der
Kindheit, von deren Unschuld ebenso wie von deren
zügelloser Fantasie, die nun nicht mehr länger Purzelbäume
schlagen darf und von der gesitteten Erwachsenenwelt
nicht länger als Teil der kindlichen Schutzzone
toleriert wird. Solche ernüchternd konservative
Botschaft, dass es mit der „anarchistischen Disziplinlosigkeit“
der Kinder, vor allem auch mit der Fantasie irgendwann
einmal vorbei sein muss, wird durch überbordenden
Einfallsreichtum, erzählerische Fabulierfreude à
la Dickens und die verführerische Aussicht versüßt,
dass nun die Zeit der Liebe und der Familie gekommen
sei – ein wahrer Domestizierungsakt, den P. J. Hogans
Film durchaus folgerichtig spiegelt, indem er den
biederen Familienvater Darling und den sadistischen
Piratenkapitän Hook vom selben Schauspieler verkörpern
lässt. Dazwischen entfaltet sich das ganze Spektrum
des Hin- und Hergerissenseins kindlicher Gefühle:
zwischen Peter Pans renitenter Verweigerung und
Wendys gar nicht mehr so kindhafter „Erotik“, die
die Jungen im Nimmerland zwar erst intuitiv, dennoch
recht deutlich spüren. Der handfeste Naturalismus
der rasant inszenierten Abenteuer im Nimmerland
überdeckt diese Komponente gelegentlich, doch am
Ende ist Peter Pan fast schon ein tragischer Held,
dessen bockige Verweigerung gegenüber dem Erwachsenwerden
ihn ins Abseits drängt.
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Horst Peter Koll |

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